Nathalie Weiß
Heilpraktikerin für Psychotherapie (HPG)
Diedrich-Dannemann-Str. 30
26203 Wardenburg
Telefon 04 41 / 48 56 74 97

Hypnose

UNSER UNTERBEWUSSTSEIN

Unser Unterbewusstsein ist pausenlos für uns aktiv, ob wir wach sind oder schlafen. Körperfunktionen, wie Atmung, Herzschlag, Blutdruck, Körpertemperaturregelung, Hormonausschüttung, Bildung von Antigenen u.v.m. werden von unserem Unterbewusstsein über das vegetative Nervensystem gesteuert. Diese Prozesse finden außerhalb unseres Bewusstseins statt. Wir sind uns i. d. R. nicht bewusst, dass wir atmen. Wir regulieren nicht bewusst unseren Herzschlag. Unser treuer, zuverlässiger Partner sorgt für unseren Schutz, für unser Überleben. Des Weiteren beherbergt unser Unterbewusstsein unser Langzeitgedächtnis. Die Gesamtheit aller im Laufe unseres Lebens gesammelten Erlebnisse und die daraus erwachsenen Gefühle, Überzeugungen/Glaubenssätze sind im Unterbewusstsein gespeichert. Entsprechend unserer Erfahrungen sind Denk-, Gefühls- und Verhaltensmuster angelegt. Diese Programmierungen bringen, wenn eine ähnliche Situation ansteht, die gleichen Reaktionen und Verhaltensweisen hervor, ohne bewusste Reflexion, ganz automatisch wie ein installiertes Computerprogramm. Automatismen sind uns dienlich, beispielsweise im Falle von Bewegungsmustern wie Gehen, Autofahren o. ä.. Wir setzen wie von selbst einen Schritt vor den anderen. Doch Automatismen können sich in vielen Bereichen auch negativ auswirken. Dies ist vor allem gegeben, wenn negative emotionale Programmierungen wie Angst, Wut, Trauer, Schuld u. a. auf unsere Stimmung, Gefühle, Gedanken und Vorstellungen, unser Verhalten Einfluss nehmen. Im Unterbewusstsein gespeicherte Gewohnheiten sind uns hinderlich, wenn sie dem entgegenstehen, was wir bewusst wollen.

Hypnose kommuniziert mit dem Unterbewusstsein, um dort nicht gewollte, schädliche Programmierungen zu löschen und nützliche, gesunde zu installieren.

HYPNOSE: DIE DREI HÄUFIGSTEN IRRTÜMER

Immer wieder ist bei dem Thema ‚Hypnose‘ erlebbar, dass die meisten Menschen eher falsche Vorstellungen hegen. Angesichts demonstrierter Bühnenhypnosen oder dargestellter Hypnosen in Filmen und Büchern, sind diese Ideen verständlich. In Bezug auf Hypnose und Hypnosetherapie führen diese falschen Vorstellungen zu Missverständnissen und lassen häufig Ängste entstehen. Dies hat zur Folge, dass viele Menschen eine der wirksamsten Heilmethoden nicht für sich in Erwägung ziehen. Sollten sie sich doch für eine Hypnosetherapie entscheiden, so hindern falsche Vorstellungen und Befürchtungen sie daran, sich einzulassen. Daher ist es mein Anliegen, mit der folgenden Ausführung und dem anschliessenden Beitrag ‚Hypnose‘, falsche Vorstellungen zu korrigieren, Missverständnisse zu klären und damit Ängste vor Hypnose zu nehmen.

IRRTUM 1: „In Hypnose ist man bewusstlos, hilflos ausgeliefert, kann somit missbraucht, benutzt werden.“

Niemand geht ohne seinen Willen in Hypnose. Im Falle von Widerständen oder Ängsten kann eine Hypnose bewusst verwehrt werden. Ein hypnotisierter Mensch ist NICHT bewusstlos.
Er hört alles, was mitgeteilt wird. Wenn das, was ein Hypnotiseur sagt, nicht mit den Werten, Normen eines Menschen übereinstimmt, nicht mit seiner Moralvorstellung oder Religion in Einklang zu bringen ist, kann er die Suggestionen abweisen. Sind Suggestionen persönlichkeitsfremd, werden sie nicht umgesetzt. In Hypnose tut ein Mensch nichts, was er nicht auch ohne Hypnose tun würde. Immer er selbst entscheidet, eine Hypnose oder Suggestion zuzulassen.

IRRTUM 2: „Hypnose ist ‚Hokuspokus‘, etwas ‚Mystisches‘.“

Die Hypnosetherapie ist in Deutschland als wissenschaftliche Methode gesetzlich anerkannt. Im Bereich der Medizin und Psychotherapie ist Hypnose als Therapie fest etabliert. Dennoch hält sich hartnäckig die Vorstellung von ‚Zauberei‘ und ‚Mystik‘. Mit starrem Blick und Beschwörungsformeln hat die Hypnosetherapie nichts zu tun. Vielmehr wurden Methoden und Techniken entwickelt, um eine Trance gezielt für Veränderungs- und Heilungsprozesse zu nutzen.

IRRTUM 3: „Mit Hypnose kann man ein Problem einfach so ‚wegmachen‘.“

Ein Problem lässt sich mittels Hypnose nicht einfach ‚wegschnippen‘. Hypnose ist immer ein Prozess und für eine erfolgreiche Bewältigung sind, wie in jeder Therapie, die Motivation und aktive Mitarbeit des Klienten, unabdingbare Voraussetzungen. Es ist nachvollziehbar, das sich ein seit Jahren bestehendes, schwerwiegendes Problem nicht in einer Sitzung lösen lässt. Um eine Problematik bei der Wurzel zu packen und heilsame Veränderungen auf den Weg zu bringen, sind im Durchschnitt 3-6 Sitzungen erforderlich. Ein im Vergleich zu anderen Therapieverfahren faszinierendes und zugleich überzeugendes Ergebnis.

( Siehe hierzu auch die Wirksamkeitsstudie von Alfred A. Barrios, PhD: Psychotherapie: Theorie, Forschung und Praxis, Psychotherapy Magazin Spring 1970).

HYPNOSE UND IHRE PHÄNOMENE

Der Begriff ‚Hypnose‘ findet zum einen Verwendung als Bezeichnung für das angewandte Verfahren, zum anderen für den durch dieses Verfahren herbeigeführten Bewusstseinszustand.
Dieser veränderte Bewusstseinszustand, auch ‚Trance‘ genannt, gleicht dem Zustand zwischen dem Wach- und Schlafbewusstsein. Es handelt sich um einen Zustand, in dem unsere Aufmerksamkeit fokussiert ist auf eine bestimmte Wahrnehmung. Andere Reize aus der Umgebung treten mehr oder weniger in den Hintergrund. Jedem Mensch ist dieser Zustand aus dem Alltag vertraut. Beim Einschlafen oder beim Erwachen, also in dem Zustand zwischen Wachsein und Schlaf. Beim Vertieftsein in ein fesselndes Buch. Wir bemerken beispielsweise nicht sofort, dass wir während des Lesens angesprochen wurden. Beim Joggen oder beim Autofahren auf langen, monotonen Strecken. Wir verpassen eine Autobahnabfahrt, waren irgendwie nicht ‚ganz da‘. Wir verlieren unsere Umgebung aus dem Auge bei einer konzentrierten Arbeit, tun etwas wie ‚in Trance‘. Mehrfach am Tage sind wir alle in ‚Hypnose‘.

Tranceerleben geht mit einer angenehmen, körperlichen und geistigen Entspannung einher. Unsere inneren Rhythmen erfahren Beruhigung und Harmonisierung. Die Atmung wird ruhiger, langsamer, regelmäßiger. Das Herz schlägt ruhig und gleichmäßig. Der Blutdruck gleicht sich aus. Die Muskelspannungen im gesamten Körper verringern sich. Die Blutgefäße erweitern sich, das Blutbild verändert sich. Der Stresshormonspiegel sinkt. Als weiteres Phänomen der Hypnose kann eine veränderte Zeitwahrnehmung auftreten. Häufig hat der Hypnotisierte im Anschluss einer Sitzung das Gefühl, viel kürzer in der Trance gewesen zu sein als tatsächlich. Hypnose ist mit einer erhöhten Emotionalität verbunden. Gefühle tauchen leichter auf, intensiver ausgeprägt. Es können auch tief verdrängte Gefühle geweckt werden. Die Erinnerungsfähigkeit ist gesteigert. Es ist möglich, bereits vollständig in Vergessenheit geratene Erlebnisse im Detail zu erinnern. Die Körperwahrnehmung kann sich während einer Trance verändern,sodass bestimmte Körperteile, -bereiche vielleicht andersartig oder gar nicht wahrgenommen werden. Auch die Schmerzwahrnehmung ist beeinflussbar. In Hypnose können Schmerzen reduziert oder gänzlich ausgeschaltet werden. Das ‚Ich‘ tritt mit zunehmender Trancetiefe zurück, bleibt stets vorhanden, jedoch passiv. Die ‚Ich-Kontrolle‘ ist vermindert. Es können spontan Bilder auftreten, die der Hypnotisierte nicht steuert, durch die gesteigerte Visualisationsfähigkeit und vermehrte Imaginationskraft farbiger, lebendiger. Ein weiteres Phänomen ist die Trancelogik. Die kritische Reflexion vermindert sich, die Toleranz gegen logische Widersprüche ist erhöht. Der ‚Kritiker‘ wird umgangen und Suggestionen werden so vom Hypnotisierten verinnerlicht und umgesetzt.

THERAPIE: HYPNOANALYSE

Die Anwendung der Hypnoanalyse, mit ihrem ursachenorientierten Ansatz, ist besonders dort sinnvoll, wo davon auszugehen ist, dass es sich um ein tiefer liegendes Problem handelt. Jeder psychischen und körperlichen Störung liegt eine negative Emotion oder eine Verbindung aus mehreren negativen Emotionen zugrunde. Bei langwierigen, hartnäckigen und unerklärlichen Beschwerden sind erfahrungsgemäß die Ursachen in Ereignissen der Vergangenheit zu finden. Die aus diesen Ereignissen resultierenden Ängste, Schuldgefühle u. w. konnten nicht verarbeitet werden. Oft war das Geschehene für den Betreffenden aufgrund des Lebensalters nicht begreifbar. Diese vergessenen und verdrängten Erlebnisse, Gefühle und Konflikte können nach einer gewissen Zeit oder durch ähnliche Ereignisse wieder ausgelöst, an die Oberfläche treten. Die Problemgestalt oder die Symptomatik fällt dabei ganz unterschiedlich aus. Gemeinsam ist Ihnen der Hinweischarakter auf das Unverarbeitete und die Aufforderung, dieses zu bearbeiten und aufzulösen. Unbeachtet oder wieder überdeckt können sich die Probleme verstärken und Beschwerden chronisch entwickeln. Eine reine Suggestionstherapie bewirkt in diesen Fällen oft keine anhaltende Veränderung und Heilung.

Bildlich: Eine Unkrautpflanze nur an der Oberfläche abzuzupfen, Blumensamen auszusäen, würde nicht zum gewünschten Ergebnis führen. Das Problem ist an der Wurzel zu packen. Ansonsten schießt das Übel wieder nach. Mittels Hypnoanalyse kann die emotionale Ursache ausfindig gemacht und bearbeitet werden. Dabei werden in der Trance nicht die Erinnerungen verändert, sondern die Emotionen geheilt. Nach den heilenden Maßnahmen kann der Klient/die Klientin die Situation, in der der Samen für das aktuelle Problem oder die Erkrankung gelegt wurde, frei von den ursprünglich aufgetretenen Emotionen neu erleben. Gleiches gilt für die später folgenden Ereignisse. Dadurch wird ein riesiger emotionaler Ballast abgeworfen. Der Klient/die Klientin spürt nach der Hypnosetherapie-Sitzung Erleichterung und erlebt häufig unmittelbar im Anschluss entsprechende Veränderungen. Zu intensiven Heilimpulsen führen zum einen die Neutralisation der störungsverursachenden Emotionen, zum anderen die wiedergewonnene Energie, die vorher zur Unterdrückung der Emotionen benötigt wurde. Nach erfolgreicher Auflösung der negativen Programmierungen (Gefühle, Überzeugungen, Glaubenssätze) ist der Boden bereitet für eine Neubepflanzung eigener Wahl. Im Unterbewusstsein werden abschließend mittels Suggestion positive Programmierungen verankert, die jetzt ihre volle Wirkung entfalten.

 

ANWENDUNGSBEREICHE

Ein künstlerisches Werk als sichtbare Form drückt das innere Bild, die unsichtbare Idee, das Gefühl seines Schöpfers aus. Leinwand, Farben, Pinsel sind dabei Träger und Vermittler der Bedeutung, ermöglichen die Sichtbarwerdung des Unsichtbaren.

So darf auch jede Form von Problem, Störung oder Krankheit als sichtbarer Ausdruck eines unsichtbaren Prozesses (unbewusste Konflikte, belastende Emotionen, Glaubenssätze) verstanden
werden. Die körperliche, geistige oder seelische Ebene ist dabei Ausdrucksplattform,
Bühne für die Darstellung des Symptoms. Doch bei der Aufführung einer Tragödie ist weder die Bühne noch der Darsteller tragisch, sondern der Inhalt des zur Schau getragenen Stücks. Das Symptom, das seine Aufmerksamkeit auf sich lenkt, dient als Warnzeichen, dass etwas nicht in Ordnung ist, zwingt den bisherigen Gleichlauf zu unterbrechen. Von Bedeutung ist der tragische Inhalt, auf den es hinweist.

Die Hypnoanalyse mit ihrer Macht, auch tieferliegende, verborgene, emotionale Ursachen zu heben, aufzulösen und als ganzheitliche Behandlungsmethode auf allen drei Ebenen positive Veränderungen zu bewirken, kann nahezu universell eingesetzt werden.
Die Anwendungsfelder sind breit gefächert. Die nachfolgend aufgeführten Indikationen geben einen Überblick, in welchen Bereichen die Hypnose am häufigsten hilfreich unterstützend eingesetzt werden kann:

  • Traumata/ Posttraumatische Belastungsstörungen
  • Depressionen
  • Ängste, Panikattacken u. Phobien, Zwänge
  • Schlafstörungen (Ein- und Durchschlafstörungen)
  • Stress und Stresserkrankungen (Burn-out)
  • Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen, Selbstwertgefühl, Ich-Stärkung
  • Raucherentwöhnung, Süchte (Alkohol-, Medikamenten-, Drogen-, Spiel-, Internet-)
  • Gewichtsreduktion, Essstörungen: Magersucht (Anorexie), Ess-Brech-Sucht (Bulimie), Fettsucht ( Adipositas), Binge Eating
  • Allergien, Asthma, Hauterkrankungen (Neurodermitis, Nesselsucht, Ekzeme)
  • Schmerzen, Schmerzerkrankungen (Kopfschmerz, Migräne, Rückenschmerzen, Schmerz bei medizinischen Eingriffen, Krebsschmerz)
  • Magen- und Darmerkrankungen (Colitis Ulcerosa, Magengeschwüre)
  • Sprachstörungen (Stottern), Bewegungsstörungen
  • Immunsystemerkrankungen wie Multiple Sklerose, Krebs